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Mit der Oberstufe unterwegs

Wenn im Rahmenplan der gymnasialen Oberstufe für das Prüfungsfach Psychologie ‚Psychische Gesundheit und Krankheit sowie Psychotherapie‘ auf dem Bildungsplan steht, so erfordert die Verknüpfung dieses ‚Schulstoffes‘ mit dem Tag der offenen Tür im Universitätsklinikum Eppendorf ‚Psychiatrie macht Schule‘ nicht sehr viel Erfindungsgeist. In Vorträgen, Workshops und Gesprächen mit psychologischen Fachexperten und Betroffenen kann dort die Sprachlosigkeit angesichts zunehmender psychischer Störungen innerhalb und außerhalb der Schulmauern überwunden, Berühungsängste verringert und innovative Behandlungskonzepte erfasst werden. Und neben einer potentiellen beruflichen Orientierung im Gesundheitswesen, wird unterdessen auch das schriftsprachliche Talent unserer Schülerinnen und Schüler durch eigene Erfahrungsberichte gefördert.
Das fächerübergreifende Potential lässt sich außerdem am Besuch der ‚Evangelischen Stiftung Alsterdorf‘ erkennen: So lässt sich die Zusammenkunft der Oberstufenschülerinnen und Schüler mit den im ‚Beratungszentrums Alsterdorf‘ Tätigen Heil-erziehungspflegern, Heilpädagogen und Psychologischen-Psychotherapeuten sowohl unter der Rahmenvorgabe des Bildungsplans Pädagogik zum Thema ‚Risiken und Prävention in der Sozialisation‘ als auch unter ‚Werte, Normen und Ziele in der Erziehung im Wandel‘ verorten sowie mit dem Ziel der ‚Berufs- und Studienorientierung‘ des Faches Seminar verbinden und erhöht durch die Integration eines historischen Rundgangs zudem das Geschichtsbewusstsein der Beteiligten. Im eklektizistischen Stil der Postmoderne treffen hier zeitgemäße Warenhäuser auf historische Gebäude sowie Kunsthäuser auf selbstständige Kleinunternehmen. Die ‚Alsterdorfer Anlage‘ ist inzwischen eine Patchworkwelt, die der bunten Vielfalt der Gesellschaft Ausdruck verleiht.
Die Exkursionen an den Thementagen eröffnen zudem ein Bewusstsein dafür, dass institutionelles Lernen nicht mit der Hochschulreife endet, sondern dass das Abitur ein erster Schritt auf einem ereignisreichen Weg durch ein Labyrinth des lebenslangen Lernens ist. Im ‚Institut für Weiterbildung in der Kranken-, Alten- und Heilerziehungspflege‘ (kurz: IWK) erhalten Oberstufenschülerinnen und Schüler beispielsweise Einblicke in die Aus- und Fortbildungswelt und deren praktische Realisierung oder loten in der ‚Kajüte – psychosoziale Beratungsstelle Süderelbe‘ ihre Kompetenzen zum empathischen und professionellen Umgang mit hilfsbedürftigen Menschen aus. Dabei erfassen die wissbegierigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass es nicht nur eines sensiblen und positiven Menschenbildes bedarf, um im psychosozialen Gesundheitssektor zu reüssieren, sondern auch einer hohen fachlichen Expertise, also eines fachlich fundierten Bildungsweges.


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